‚Baby on time‘ senkt Frühgeburtenrate um fast ein Drittel – AOK-Programm wissenschaftlich evaluiert

60.000 Frauen erleiden jährlich in Deutschland eine Frühgeburt, teils mit schweren Komplikationen oder gar tödlichem Ausgang für das Frühgeborene. Rund  einem Drittel dieser Frauen und ihren Familien könnte dies erspart bleiben, wenn bestimmte Risiken frühzeitig erkannt und therapiert würden. Das betont die AOK Nordost anlässlich des Welt-Frühgeborenen-Tages am 17. November und verweist in dem Zusammenhang auf eine repräsentative wissenschaftliche Evaluation des AOK-Vorsorgeprogramms ‚Baby on time‘, die die Forschung Beratung Evaluation GmbH im Auftrag der Gesundheitskasse durchgeführt hat. Bei den Programmteilnehmerinnen konnte die Frühgeburtenrate um beachtliche 32,2 Prozent gesenkt werden.

„Für die Frauen und ihre Familien bedeutet eine Frühgeburt zum Teil viel Leid und eine große Belastung. Zu früh geborene Kinder leiden unter Umständen ein Leben lang unter den Spätfolgen“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. „Jetzt haben wir den wissenschaftlichen Beweis, dass mit der entsprechenden Vorsorge die Frühgeburtenrate um fast ein Drittel gesenkt werden kann.“

Ausführlicher Risikocheck und individuelle Therapie

‚Baby on time‘ wurde gemeinsam mit dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und unter Einbeziehung der Diabetologen entwickelt. „Nicht in allen Fällen können Frühgeburten verhindert werden. Aber es gibt einschlägige Risikofaktoren, die man in den Griff bekommen kann“, sagt Dipl.-Med. Ulrich Freitag, Mitglied des Vorstandes des BVF. „Zu den häufigsten Ursachen für eine Frühgeburt zählen unter anderem Vaginalinfektionen sowie der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes. Aber auch zu viel Stress kann ein Auslöser sein“, erklärt der Gynäkologe. „Wir Frauenärzte haben deshalb schon vor Jahren spezielle Vorsorgemaßnahmen für diese Risiken  gefordert und sind bei der AOK Nordost auf offene Ohren gestoßen.“

In dem Programm wird zunächst ermittelt, ob bei der Schwangeren beeinflussbare Risiken bestehen. Ist dies der Fall, erhalten diese Patientinnen zusätzliche Therapien, Screenings und Ultraschalluntersuchungen. Bei Verdacht auf beziehungsweise bei bereits bestehendem Schwangerschaftsdiabetes arbeiten Frauenärzte und Diabetologen eng zusammen. Der soziale Dienst der AOK Nordost unterstützt die Schwangeren bei psychischen und sozialen Belastungen.

Großer Beitrag zur Vermeidung von Frühgeburten

„Was für einen Unterschied diese spezielle Behandlung und Betreuung von Risikopatientinnen macht, hat unsere Auswertung deutlich gezeigt“, sagt Dr. Wolf Kirschner, Leiter der Evaluationsforschung bei der FBE. So konnte durch das Vaginalscreening bei circa 16 Prozent der Teilnehmerinnen an der Evaluation eine bestehende oder sich entwickelnde Infektion rechtzeitig erkannt und therapiert werden. Außerdem wurden alle Patientinnen, bei denen ein Risiko auf einen Schwangerschaftsdiabetes bestand, frühzeitig identifiziert und in diabetologische Behandlung überwiesen. „Das Vorsorgeprogramm der AOK Nordost leistet einen großen Beitrag zur Vermeidung von Frühgeburten. Das haben die 32,2 Prozent eindrücklich bewiesen“, resümiert Dr. Kirschner.

 

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