Brandenburger Tor umfassend saniert

Blickfang auch bei Dunkelheit durch LED-Technik

Seit September 2017 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten am
Brandenburger Tor statt. Für diese Restaurationsarbeiten musste das Tor
eingerüstet und überdacht werden. Bernd Rubelt, Beigeordneter für
Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, informierte heute über den
Abschluss der Sanierungsarbeiten am Brandenburger Tor: „Ich freue mich,
dass das unverhüllte Tor nun wieder seine stadtbildprägende Wirkung am
Luisenplatz und in der Zweiten barocken Stadterweiterung einnimmt. Ganz
besonders wirkungsvoll präsentiert sich das Tor nun als schmückender
Blickfang in der Nacht.“

Neben der dezenten Gesamtbeleuchtung vom Vorplatz des Tores aus werden
nun auch die Durchgänge durch LED-Technik beleuchtet. Passanten nehmen
das Tor in der Dunkelheit jetzt nicht mehr so stark als Hindernis wahr,
das sie bislang meist umgangen haben. Die Ausleuchtung der drei
Durchgänge lädt sie nun bei Dunkelheit viel mehr zum Durchschreiten
des Tores ein.

Die Sanierungsarbeiten am Brandenburger Tor waren notwendig, da bei
turnusgemäßen Wartungskontrollen 2016 erneut Schäden am Dach, an der
Entwässerung sowie an den Putzflächen festgestellt wurden. Zur
Schadensbeseitigung wurden nun die geschädigte Putz- und
Mauerwerksflächen überarbeitet und die Trophäen gereinigt. Neben der
Instandsetzung des innen liegenden Satteldaches mit barocker
Biberschwanzdeckung sind die Bildhauerwerke des Tores restauratorisch
nachhaltig instand gesetzt und gesichert worden. Die Sanierungskosten
betragen ca. 410.000 Euro. Die letzte Instandsetzung an dem Bauwerk fand
vor über 25 Jahren statt.

Die nachweislich erste Farbfassung des Tores aus der Erbauungszeit ist
bei der jetzt ausgeführten Silikatfarbfassung des Tores umgesetzt
worden. Die oberflächennahen Sandsteinpartien der Kriegstrophäen auf dem
Tor sowie der Kriegsgott Mars und Herkules an der großen Adlerkartusche
an der Südfassade waren durch diverse barocke Fassungen ölgetränkt. Um
eine nachhaltige Farbfassung zukünftig zu gewährleisten, wurden diese
Bildhauerwerke erstmalig wieder in einer alt bewährten Ölfarbtechnik
farbig gefasst. Auch wurden die Initialen des Königs in der Kartusche
der Südfassade, gerahmt von einem Lorbeerzweig und einem Palmenzweig mit
Schleife, wieder nach Befund vergoldet. Somit ist die Lesbarkeit dieses
fein erhabenen Architekturschmucks wieder hergestellt.

Das Brandenburger Tor am Luisenplatz in Potsdam steht am westlichen
Ende der Brandenburger Straße, die in gerader Linie bis zur Kirche St.
Peter und Paul verläuft. Seinen Namen erhielt es durch die am äußeren
Vorplatz des Tores beginnende Landstraße zur Stadt Brandenburg. Der
Vorgängerbau entstand im Zuge der zweiten Barocken Stadterweiterung
im Jahr 1733 als Teil der Potsdamer Stadtmauer, die als Zoll- und
Akzisemauer nicht der Befestigung diente, sondern die Desertion der
Soldaten und den Schmuggel unterbinden sollte. Nach Ende des
Siebenjährigen Krieges wollte Friedrich der Große durch den Bau eines
neuen prachtvollen Triumphtores den Aufstieg Preußens zu einer
europäischen Großmacht symbolisieren. Dementsprechend wurde das neue Tor
von Carl von Gontard und seinem Schüler Georg Christian Unger 1770 nach
dem Vorbild eines römischen Triumphbogens gestaltet.

Charakteristisch für das Brandenburger Tor sind seine zwei vollständig
unterschiedlich gestalteten Seiten. Die Stadtseite des Tores gestaltete
Gontard als Putzfassade mit korinthisierenden Lisenen und Trophäen. Die
von Unger entworfene Feldseite des Tores mit korinthischen Doppelsäulen
sollte an den Konstantinbogen in Rom erinnern. Die hohe Attika des Tores
ist mit ausladenden Kriegstrophäen und Wappenkartusche bekrönt. Die
beiden seitlichen kleineren Durchgänge, in denen sich zuvor die
Wachstube und die Räumlichkeiten für den königlichen Zoll befanden,
wurden erst im 19. Jahrhundert unter Friedrich Wilhelm IV. geöffnet, um
dem erhöhten Fußgängerverkehr gerecht zu werden. Mit dem Abriss der
Stadtmauer zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Tor ein freistehendes
Bauwerk.

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