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Brandenburger Oberstufenzentren dringend reformbedürftig

Fachkräfte- und Lehrermangel sind vollends in den Brandenburgischen Oberstufenzentren angekommen. Weder die personelle Ausstattung noch die digitale Infrastruktur halten derzeit den Anforderungen an eine gute Ausbildung stand. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die der Lehrstuhl Marketing II der Universität Potsdam im Auftrag des Partnerkreises Industrie und Wirtschaft durchgeführt hat.

„Die duale Ausbildung in Deutschland genießt weltweit den besten Ruf. Sie kann aber nur funktionieren, wenn neben guten Unternehmen auch die schulische Ausbildung exzellent ist. Deshalb muss die Politik die Brandenburger Oberstufenzentren endlich mit den nötigen personellen und technischen Ressourcen ausstatten.“, sagt Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam bei der Vorstellung der Studie. „Nur eine attraktive Berufsausbildung zieht motivierte und leistungsbereite Azubis an – und die brauchen wir in allen Branchen als qualifizierten Nachwuchs. Nur auf das persönliche Engagement der Lehrkräfte zu bauen, reicht nicht aus. Was wir brauchen sind entsprechende Rahmenbedingungen und Investitionen.“

„Die Ergebnisse der Studie haben gezeigt, dass Investitionen in Personal und Strukturen nötig sind“, erklärt die wissenschaftliche Leiterin, Prof. Dr. Uta Herbst. „Die Betriebe könnten zum Beispiel durch eine attraktivere Ausbildungsvergütung, flexiblere Arbeitszeiten oder die Übernahme von Kosten für Mobilität und Übernachtungen die Ausbildung interessanter machen.“

Für die Studie zum Status Quo und Reformbedarf der Berufsausbildung in Westbrandenburg wurden zwischen März und Juni 2018 die Schulleitungen von insgesamt zwölf der 13 Westbrandenburgischen Oberstufenzentren per Fragebogen und in Telefoninterviews befragt. Dabei klagen 40% der Befragten schon heute über akuten Lehrermangel – für die Zukunft befürchten sogar sämtliche Schulleitungen zu wenig Lehrkräfte. Trotz hoher Anforderungen an den Lehrerberuf fehlen außerdem Anreizsysteme für Berufsschullehrer. Auch dauert die Umsetzung von Investitionen in den Schulen zu lange und es fehlen günstige Wohnmöglichkeiten für Auszubildende. Mehr als drei Viertel der Befragten unterstützen die Idee eines kostenfreien Azubi-Tickets, um die duale Ausbildung insgesamt attraktiver zu machen.

Die IHK begrüßt daher die vom MBJS geplante flächendeckende Untersuchung für das gesamte Bundesland und Lösungsansätze, die neben der technischen und personellen Ausstattung der OSZ auch Fragen der übergreifenden Ausbildung mit Berlin umfassen.

Die Studie können Sie abrufen unter: www.uni-potsdam.de/marketing

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