Bildungsministerin Ernst zieht Bilanz und stellt 5-Punkte-Plan zur Verbesserung der Kompetenzen im Lesen und Schreiben vor

Ministerin Britta Ernst hat heute in Potsdam einen 5-Punkte-Plan zur Verbesserung der Kompetenzen im Lesen und Schreiben vorgestellt. Das Ziel ist es, die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Lesen und Schreiben zu verbessern. Unter anderem soll die Lernmethode „Lesen durch Schreiben“ ab dem Schuljahr 2019/20 an den Schulen des Landes Brandenburg nicht mehr angewendet werden.

 

Ministerin Ernst äußerte sich heute auf einer Pressekonferenz anlässlich ihrer Vereidigung am 28. September 2017. Seit einem Jahr ist sie Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg.

 

Der 2017 veröffentlichte IQB-Bildungstrend 2016 hatte ergeben, dass auch ein Teil der Brandenburger Schülerinnen und Schüler nur unzureichende Kompetenzen im Lesen und Schreiben aufweisen. Zwar liegen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Brandenburg im deutschen Mittelfeld. 12,5 Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler in Brandenburg und in Deutschland erreichen in der Lesekompetenz und 23,2 Prozent in Orthographie (in Deutschland 22,1 Prozent) nicht den erforderlichen Mindeststandard. Damit wird sich Brandenburg nicht zufrieden geben. Mit dem 5-Punkte-Plan werden Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler ergriffen.

 

1. Verbindliche Lernzeiten für die Sprachbildung

Alle Schulen sind aufgefordert, im schulinternen Curriculum verbindliche Lernzeiten in allen Fächern für die Sprachbildung auszuweisen. Diese festen Lernzeiten sollen dazu dienen, einen verbindlichen Raum innerhalb der Schulwoche zum Üben der Sprachfertigkeiten, wie Lesen und Rechtschreiben, zu garantieren. Ab dem Schuljahr 2019/20 wird dies verbindlich ausgestaltet werden.

 

2. Korrektur der Orthographieleistungen in allen Fächern und Jahrgangsstufen

In allen Fächern wird das richtige Schreiben überprüft. Dies gilt für Klassenarbeiten und schriftliche Lernerfolgskontrollen. Die Nichtbeachtung der Grammatik-, Rechtschreib- oder Zeichensetzungsregeln wird prinzipiell durch die Lehrkraft korrigiert. Das MBJS wird die Umsetzung des Basiscurriculums Sprachbildung begleiten.

 

3. Beherrschung des Grundwortschatzes am Ende der Jahrgangsstufe 2 bzw. 4 durch Schulaufsicht begleiten

Der Unterricht im Fach Deutsch in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 ist so zu gestalten, dass der Grundwortschatz von rund 700 Worten im Mittelpunkt der Kompetenzentwicklung steht. Die Vermittlung ist an die Lebenswelterfahrung der Schülerinnen und Schüler anzupassen und somit in Sätze und Texte in allen Fächern zu integrieren. Alle Schülerinnen und Schüler sollen am Ende der jeweiligen Doppeljahrgangsstufe die 300 dafür ausgewiesenen Wörter des Grundwortschatzes sowie die  100 häufigsten Wörter beherrschen.

 

4. Orthographie als Teilbereich schriftlicher Arbeiten und Lernerfolgskontrollen im Fach Deutsch

Zurzeit werden in der Jahrgangsstufe 3 eine schriftliche Arbeit und in den Jahrgangsstufen 4-6 jeweils zwei schriftliche Arbeiten geschrieben, in denen der Schwerpunkt der Bewertung auf der Rechtschreibleistung liegt. In den Jahrgangsstufen 2-6 sind zusätzlich zu diesen Regelungen alle schriftlichen Arbeiten und Lernerfolgskontrollen im Unterrichtsfach Deutsch so zu gestalten, dass jeweils ein Teilbereich den Schwerpunkt Orthographie hat.

In den Jahrgangsstufen 7-9 wird mindestens einmal im Schuljahr eine Klassenarbeit und in der Jahrgangsstufe 10 eine schriftliche Lernerfolgskontrolle mit einem Schwerpunkt „Rechtschreibkompetenz“ geschrieben.

 

5. Anwendung der Fibel-Methode für Orthographie

Die Fibel-Methode als analytisch-synthetische Lern- und Lehrmethode ist als Grundlage im Lese- und Schreiblehrgang ab dem Schuljahr 2019/20 anzuwenden. In den Schulen des Landes Brandenburg wird diese Methode bereits überwiegend genutzt. Die Methode „Lesen durch Schreiben“ soll ab dem Schuljahr 2019/2020 nicht mehr angewendet werden.

 

Die Ministerin zog in der Pressekonferenz auch eine positive Bilanz ihres ersten Amtsjahres. Als besonderes Merkmal ihrer Politik nannte sie den Dialog mit den Menschen im Land Brandenburg, mit Eltern, Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern, politische Verantwortlichen und weiteren Entscheidern. Zudem steht das Lernen mit digitalen Medien an Schulen im Fokus ihrer Arbeit. Im Bereich Kindertageserziehung hob sie die Einführung der Beitragsfreiheit am 1. August 2018 für Kita-Kinder sowie die Verbesserung des Betreuungsschlüssels hervor.

Bildung und Kita sind ein Schwerpunkt dieser Landesregierung. Die Rahmenbedingungen für das Aufwachsen in Brandenburg sind gut, das hat zuletzt die Jugendstudie von Professor Sturzbecher bestätigt.

 

Ministerin Ernst: „Ich habe im ersten Jahr meiner Amtszeit viele Schulen und Kitas besucht, Sportveranstaltungen verfolgt, Gespräche geführt und Land und Leute kennengelernt. Zu meiner Vereidigung vor einem Jahr habe ich gesagt, dass ich das Amt mit großer Freude, aber auch mit Demut übernehme. Daran hat sich nichts geändert. Ich empfinde Freude darüber, Politik im Land Brandenburg gestalten zu können. Geblieben ist aber auch der Respekt vor der Aufgabe und das Bewusstsein, mit meiner Arbeit dem Land und seinen Menschen zu dienen.“

 

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