Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg: Gespräche zum Zukunftspakt haben begonnen

Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Marke Volkswagen haben die Gespräche zum Zukunftspakt begonnen. Das wurde am heutigen Dienstag in der Betriebsversammlung im Werk Wolfsburg bekanntgegeben. In den ersten Unterredungen zwischen Markenvorstand und Gesamtbetriebsrat hätten beide Seiten ein gemeinsames Verständnis über die Ausgangssituation und die Herausforderungen durch die Dieselthematik sowie die Einführung von Elektromobilität und Digitalisierung erzielt. Beides verstärkt die Notwendigkeit, die Profitabilität der Marke zu steigern, um die notwendigen Zukunftsinvestitionen in Produkte und Standorte stemmen zu können. Das teilten Unternehmen und Gesamtbetriebsrat im Anschluss an die Betriebsversammlung mit.

Personalvorstand Dr. Karlheinz Blessing sagte vor mehr als 20.000 Beschäftigten: „Volkswagen baut faszinierende Autos und begeistert damit Kunden in aller Welt. Dennoch muss sich jeder Einzelne im Klaren sein: Wir stehen vor großen Herausforderungen, wir müssen Volkswagen neu aufstellen. Je eher wir das angehen, desto größer ist unsere Chance, die Zukunft von Volkswagen positiv zu gestalten. In den nächsten Monaten arbeiten wir mit voller Kraft am Zukunftspakt – er ist unser Weg. Gehen wir ihn gemeinsam!” Blessing betonte weiter: „Finanzstarke Wettbewerber aus der IT- und Softwarebranche dringen in den Automobilsektor ein, zugleich ist Volkswagen durch die Dieselthematik finanziell belastet und muss massiv in E-Mobilität und Digitalisierung investieren. Die Ergebnisentwicklung der Marke Volkswagen reicht für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben nicht aus. Wir müssen Produktivität und Profitabilität steigern und Kosten senken. Dann kann und wird Volkswagen ein starker Beschäftigungsmotor bleiben.” Ebenfalls müsse Volkswagen effizienter entwickeln, produzieren und wirtschaften. „Ich bin überzeugt, wir werden das meistern. Wir stärken unser Kerngeschäft, wir bauen neue Geschäftsmodelle auf, wir modernisieren Volkswagen auch als Arbeitgeber. Wir machen Volkswagen schlanker, agiler, wettbewerbsfähiger.”

Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, stellte fest: „Wir nehmen die Lage ernst. Und wir müssen jetzt beherzt anpacken, damit Volkswagen den Schritt in das neue automobile Zeitalter schaffen kann. Deshalb hat der Gesamtbetriebsrat den Zukunftspakt vorgeschlagen. Er wird die künftige Strategie der Marke beschreiben, notwendige Veränderungen auf den Weg bringen und den Belegschaften die notwendige Sicherheit geben. Denn uns ist bewusst, dass das für das Unternehmen und für die Belegschaften einen riesen Kraftakt bedeutet. Aber nur, wenn wir jetzt mutige Entscheidungen treffen, wird Volkswagen auch langfristig sichere Arbeitsplätze bieten können. Eine auskömmliche Rendite ist hierbei unerlässlich. Im Zukunftspakt werden wir darauf achten, dass der Wandel nicht zu Lasten der Beschäftigten geht. Neue Aufgaben werden entstehen, mit ihnen neue Arbeitsplätze. Alte Aufgaben werden dafür entfallen. Wir erwarten deshalb, dass der Zukunftspakt als wesentlichen Baustein einen umfassenden Qualifizierungsplan enthält. Er muss sicherstellen, dass die Belegschaften – von der Technischen Entwicklung über die Produktion bis hin zu Vertrieb und Komponente – den Weg in die digitale und elektrische Zukunft gehen können. Zudem erwarten wir konkrete Investitions-, Produkt- und Stückzahlzusagen, denn diese Faktoren entscheiden über die Sicherheit der Arbeitsplätze bei Volkswagen.”

In insgesamt sieben Arbeitsgruppen – von der Zukunft der Komponente über die fahrzeugbauenden Werke, indirekte Bereiche und technische Entwicklung bis hin zur Unternehmensstrategie – werden Vorstand, Gesamtbetriebsrat und Management ab der nächsten Woche am Zukunftspakt arbeiten. Dabei sollen weitere Effizienzsteigerungen ebenso im Fokus stehen wie Investitionen in Zukunftsfelder. Gesamtbetriebsrat und Vorstand wollen die Verhandlungen zum Zukunftspakt bis zum Herbst diesen Jahres abgeschlossen haben, damit die dann erzielten Ergebnisse mit in die Planungsrunde des Konzerns einfließen können.

Kommentar verfassen