Beelitz feierte mit 38 000 Gästen das Spargelfest

Beelitz hat nochmal eine Schippe draufgelegt: Zum Spargelfest am vergangenen Wochenende ist die Altstadt fast aus allen Nähten geplatzt. Vor allem während der Auftritte von Drews und zuvor der Gruppe voXXclub ist es richtig voll geworden. Aber trotz der Rekordbesucherzahl von schätzungsweise 38 000 über das gesamte Wochenende blieb es an allen drei Festtagen absolut friedlich. Die Polizeidirektion West hat für das Spargelfest keine Zwischenfälle zu vermelden gehabt und spricht von einem ruhigen Verlauf. Einzig der Rettungsdienst war vor allem während der heißen Stunden an den Nachmittags- und frühen Abendstunden im Einsatz, um Hitzeschläge zu behandeln.

Voll ist es auch am Sonntagnachmittag, während des großen Festumzuges. Hunderte Teilnehmer sind hier mit ihren Vereinen, Unternehmen und Institutionen unterwegs und zeigen, was Beelitz alles ausmacht.  Spargelbauern und Ortsteile bahnen sich mit bunt dekorierten Landmaschinen den Weg durch die Menge, auch das hier ansässige Logistikbataillon 172 fährt schweres Gerät auf. Dazwischen sorgen Marching Bands für Stimmung. Die Kinder der sieben Kitas laufen mit stolzgeschwellter Brust vor den jubelnden Zuschauern vorüber, für Schauwerte sorgen auch die Handwerksbetriebe. Die Mitarbeiter der Metallbaufirma Burkhard Kasten schwingen die Hämmer und lassen sie in Reihe auf den Amboss niederfahren, während davor der historische Lanz Bulldog bullert und den Wagen weiterzieht. Für großen Applaus sorgen auch die Traditionshandwerker der Stadt Beelitz – eine Verbindung von Zimmerleuten, Dachhandwerkern und Maurern verschiedener Unternehmen – als sie auf einem sich drehenden Dachstuhl einen sogenannten Zimmererklatsch aufführen.

Aber es gibt auch ruhigere Ecken, in denen man während des Festes verschnaufen kann: Erstmals in diesem Jahr hat die Stadt ein Busshuttle vom Stadtbahnhof über die Altstadt bis zum Spargelmuseum nach Schlunkendorf organisiert, im Stundentakt fährt der Doppeldecker der Potsdamer Kaiser-Tours. Idyllisch geht  es auch auf der Nieplitz zu, wo die Kahnfährgenossenschaft „Großer Spreewaldhafen Lübbenau“ Fahrten anbietet. Fährmann Frank Gerlach stakt die Besucher von der Brücke am Steinhorst bis zur Treuenbrietzener Straße und zurück – und würzt die Tour mit Anekdoten aus der Stadtgeschichte. Am Ende des Festes wird er insgesamt 500 Spargelfestbesucher gefahren haben.

Unterdessen im idyllischen Innenhof der Alten Posthalterei, wo die Jakobshöfe während des Festes ein Restaurant betreiben:  Entertainer Wolfgang Lippert und Fernsehlegende Ursula Karusseit genießen ihren Spargel. Beide waren der Einladung von Bürgermeister Bernhard Knuth zum Fest gefolgt – und sind überrascht: „Es ist riesengroß, und dann ist es doch wieder so herrlich klein und persönlich“, sagt „Lippi“, der Ende August seine Autobiographie „Wetten dass … Erna kommt?!“ im Beelitzer Schmiedehof vorstellen wird. Schauspielerin Ursula Karusseit, die am 2. Juli im Schmiedehof aus Werken Stefan Heyms lesen wird, lobte die besondere Atmosphäre: „Die Menschen sind alle freundlich und entspannt. Und diese gute Laune überträgt sich von einem auf den anderen.“

Das findet auch Bürgermeister Bernhard Knuth, der mit Spargelkönigin Sarah Wladasch das Festgeschehen vom Kirchplatz aus verfolgt: „Unser Ansatz eines Familienfestes, auf dem Menschen aller Generationen Spaß und Freude haben, ist auch in diesem Jahr voll aufgegangen. Wir konnten wieder so viele Menschen erreichen und ihnen schöne Momente bescheren. Und das lohnt sich auch langfristig für unsere Stadt“, sagt das Stadtoberhaupt, das auch auf den Zusammenhalt der Beelitzer verweist – immerhin sei das Spargelfest nur durch die Unterstützung aller Einwohner in dieser Form möglich.

Auf dem Kirchplatz ist ein Regionalmarkt rund um das Pro-Agro-Kochstudio aufgebaut – der Aspekt der Regionalität spielt eine immer größere Rolle auch auf dem Spargelfest. So gibt es erstmals Produktpräsentationen auf der Hauptbühne: Zwischen Programmhighlights wie Auftritten von Wind, Tony Marshall und Ross Antony am Sonntag, aber auch schon am Samstag, stellen Beelitzer Unternehmen ihre Erzeugnisse vor. „Wenn wir so viele Menschen bei uns zu Besuch haben, dann sollten wir denen auch zeigen, was es bei uns alles gibt“, sagt der Bürgermeister. Und dass das eine Menge ist, dürften Zehntausende an diesem Wochenende erfahren haben.

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