Ausbildung für Afghanistan – georgische Soldaten in Sachsen

132 Soldaten einer georgischen Aufklärungskompanie befinden sich seit Mitte Juli in der Wettiner Kaserne. Sie werden auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet (Quelle Bundeswehr/Martin Glinker)Größere Abbildung anzeigen

Frankenberg/Sachsen, 10.08.2016.
132 Soldaten einer georgischen Aufklärungskompanie befinden sich seit Mitte Juli in der Wettiner Kaserne in Frankenberg. Sie sollen bis zum Jahreswechsel für einen Afghanistaneinsatz von Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371 ausgebildet werden. Ausgerüstet mit geschützten Fahrzeugen vom Typ Dingo werden die georgischen Soldaten ab 2017 die Schnelle Eingreiftruppe – die Quick Reaction Force (QRF) – im afghanischen Norden stellen.

Die georgischen Soldaten werden dafür bis zum Jahresende eine einsatzvorbereitende Ausbildung in Anlehnung an deutsche Grundsätze und Standards erhalten. Auslandseinsätze sind vielen von ihnen nicht fremd. Fast die Hälfte der Kompanie war bereits in Afghanistan oder im Irak im Einsatz. Für die Ausbildung haben Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 ihren Arbeitsplatz in die Wettiner Kaserne nach Frankenberg verlegt. Sie werden die Georgier auf den deutschen Transportfahrzeugen Dingo trainieren und sie auf ihre vielfältigen Aufgaben im Einsatzland vorbereiten.

Auch Übungen an zentralen Ausbildungseinrichtungen des Heeres wie beispielsweise dem Übungszentrum Infanterie und dem Gefechtsübungszentrum des Heeres stehen auf dem Programm. In Afghanistan werden Aufklärungseinsätze, Patrouillen und der Schutz von Konvois zu den Aufgaben der Georgier gehören. Ebenso können sie zur Kontrolle gewaltbereiter Menschenmengen, zu Evakuierungsmaßnahmen oder zur Bekämpfung militanter Aufständischer herangezogen werden.

Fordernde Zeit

Georgische Soldaten üben im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Letzlinger Altmark (Quelle: Bundeswehr/Martin Glinker)Größere Abbildung anzeigen

Beim Begrüßungsappell in Frankenberg hieß Oberst Robert Graf, stellvertretender Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37, die ausländischen Partner herzlich willkommen. Die Georgier erwarte ein halbes Jahr mit hohem Tempo und vielen Ausbildungsinhalten. „Angesichts ihrer Professionalität und Erfahrung bin ich mir aber sicher, dass wir den gemeinsamen Auftrag erfolgreich meistern werden“, sagte Graf.

Die Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 leisten bereits zum dritten Mal die Ausbildung für georgische Soldaten. Mittlerweile habe man damit viel Erfahrung gesammelt. Dem deutschen und georgischen Kompaniechef überreichte Oberst Graf jeweils ein besonderes Ärmelabzeichen mit der georgischen und deutschen Flagge. Dieses hätten die Soldaten bislang bei jedem Durchgang getragen. Es stehe für die gemeinsame Anstrengung und Verbundenheit.

Sechsmonatige Ausbildung

Die georgischen Soldaten (r.) werden durch einsatzerfahrene Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 auf ihren Auftrag in Afghanistan vorbereitet (Quelle: Bundeswehr/Martin Glinker)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem die georgischen Soldaten ihr Quartier in der Wettiner Kaserne bezogen haben, liegen nun die ersten Wochen ihrer Ausbildung in Deutschland vor ihnen. Während die Kraftfahrer der gepanzerten Dingos ihr Arbeitsgerät kennenlernen, stehen für den Rest der Soldaten erst einmal Ausbildungen an den deutschen Handwaffen sowie die Sanitäts- und Fernmeldeausbildung an. Bis zum Dezember dauert ihre Ausbildungszeit in Deutschland.

Um an den Wochenenden, wenn die Ausbildung ruht, keine Langeweile aufkommen zu lassen, haben sich Marienberger und Frankenberger Soldaten vieles einfallen lassen. So werden sie gemeinsam an einem Wochenende Berlin besichtigen. Fahrten in das nahe Dresden stehen ebenso auf dem Programm wie die Erkundung Frankenbergs und der näheren Umgebung.

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