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Auch Naturschützer retten Leben

NABU: Land muss Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement im Natur- und Umweltschutz verbessern

Potsdam − Sie klettern auf hohe Bäume, um Jungvögel zu beringen oder in alte Bunker, um Fledermausquartiere zu installieren. Sie waten in Seen, um Brutinseln für Trauerseeschwalben auszubringen, tragen an gefährlichen Straßen Kröten über die Straße, mähen und harken Wiesen, damit gefährdete Pflanzen Licht und Luft kriegen. So retten auch Naturschützer Leben. Sicherlich nicht vergleichbar mit den Einsätzen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, doch mit eben soviel Leidenschaft und Einsatzbereitschaft.

Der NABU Brandenburg möchte an dieser Stelle allen ehrenamtlich Aktiven im Naturschutz für ihre selbstlose Arbeit Danke sagen. Zumal die Wenigsten von ihnen auf hauptamtliche Strukturen zurückgreifen können. Hier, so Friedhelm Schmitz-Jersch, Vorsitzender des NABU Brandenburg, sei die Politik gefordert, die die Rahmenbedingungen für ehrenamtlich arbeitende Naturschutzvereine verbessern müsse. Probleme gibt es bei der Förderung ehrenamtlicher Arbeit, denn auch, wenn diese unentgeltlich ist, sei sie doch nicht kostenfrei. „Ehrenamtliche brauchen eine Infrastruktur, brauchen Räumlichkeiten, brauchen Hauptamtliche, die ihre Arbeit koordinieren und ihnen unliebsame Verwaltungsaufgaben abnehmen. Jeder in das Ehrenamt investierte Euro verzinst sich mehrfach in Form gemeinnütziger ehrenamtlicher Arbeit, ohne die viele staatliche Aufgaben nicht mehr zu erfüllen sind. So ist beispielsweise ohne die Zuarbeiten Ehrenamtlicher die Erfassung vieler Arten im Rahmen der Berichtspflicht an die EU  nicht finanzierbar und das Land profitiert so sehr stark von den unzähligen unentgeltlichen Arterfassungen.“

Darüber hinaus verweist Schmitz-Jersch auf die 12 NABU Besucherzentren und Umweltbildungseinrichtungen, die weitestgehend ehrenamtlich betreut werden. So werden naturnahe Gärten liebevoll   gepflegt und regen zum Nachahmen an, Waldlebensräume werden fantasievoll mit allen Sinnen erlebbar gemacht und sogar international einmalige Museen, wie das Fledermausmuseum Julianenhof entwickelt. Durch die langfristige Unterstützung solcher Informationszentren könnten kosteneffizient Knotenpunkte erhalten und ausgebaut werden, wodurch  dem  Verschwinden  von  Artenkenntnis  und  ehrenamtlichen  Fachkundigen  effektiv entgegengewirkt werden könnte.

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City Report - pnr24

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