AOK startet „ADHS-Elterntrainer“

Ein neues und kostenloses Online-Hilfsangebot für Eltern von Kindern mit einer „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung“ startet die AOK heute mit dem „ADHS-Elterntrainer“. Nach einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) erhielten in Brandenburg 5,6 Prozent der AOK-Nordost-versicherten Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren im Jahr 2014 die Diagnose ADHS. Im Jahr 2006 waren es noch 3 Prozent. Damit ist die „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung“ die häufigste psychische Diagnose im Kindesalter und stellt Mütter und Väter vor große Herausforderungen, die durch Verhaltensprobleme ihrer Kinder besonders belastet sind.

ADHS ist die häufigste psychische Diagnose im Kindesalter

„Die Eltern von Kindern mit der Diagnose ADHS fühlen sich oft überfordert. Sie stehen vor der Frage, wie sie mit bestimmten Situationen umgehen sollen“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. „Mit dem ADHS-Elterntrainer können sie nun von unserem leicht zugänglichen und wissenschaftlich fundierten  Angebot profitieren. Denn das Online-Programm zeigt ihnen anschaulich, wie sie mit Verhaltensproblemen umgehen und die Beziehung zu ihrem Kind wieder verbessern können.“ Anhand von 44 Filmsequenzen zu typischen Situationen aus dem Familienalltag vermittelt das Trainingsprogramm einfache verhaltenstherapeutische Methoden, die sich schnell und unkompliziert anwenden lassen. Das neue Angebot der AOK, das unter www.adhs-elterntrainer.de frei zugänglich ist, wurde in Kooperation mit dem ADHS-Experten Prof. Manfred Döpfner entwickelt.

Einzelne Lernschritte werden in Filmen veranschaulicht

„Das Programm kann von Eltern selbstständig genutzt, aber auch als Ergänzung zu ärztlicher oder therapeutischer Behandlung eingesetzt werden“, betont Prof. Manfred Döpfner, Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Köln und Autor der deutschen Behandlungsleitlinie zu ADHS. Der „ADHS-Elterntrainer“ ist ohne Registrierung nutzbar. Für AOK-Versicherte gibt es ein exklusives Zusatzangebot: Sie können sich von Experten aus dem Team von Prof. Döpfner beraten lassen, wenn sie Fragen zur Anwendung der Methoden haben, die im Elterntrainer vermittelt werden.

Frühzeitige Sensibilisierung durch ADHS-Puppenspiel

Um Eltern und Erzieher schon frühzeitig für das Thema Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung zu sensibilisieren, bietet die AOK Nordost seit 2014 das ADHS Puppenspiel „Hannah und Moritz – Die Reise zum eigenen Ich“ an. Für die eigenständige Umsetzung des Projekts in der Kita oder dem Hort werden die Erzieherinnen und Erzieher im Rahmen einer Fortbildung durch die AOK Nordost geschult. Insgesamt wurden so Erzieherinnen und Erzieher an 31 Brandenburger Kitas fortgebildet.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen