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AOK-Expertentipp zum Tag der Rückengesundheit

„Schonung und Rückzug sind genau das Falsche“

Potsdam, 14.03.2019. Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. In vielen Fällen sind diese nicht allein auf der körperlichen Ebene zu finden. Dr. Alexander Kugelstadt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Institut für psychogene Erkrankungen der AOK Nordost, spricht darüber, wie sich das Verhältnis von Psyche und Körper auf Rückenschmerzen auswirkt und wie Betroffene das Wissen um diese Zusammenhänge für sich nutzen können.

 

Herr Dr. Kugelstadt, kann Stress Rückenschmerzen verursachen?

Ja, kann er. Gerade der Rücken ist eine Zielscheibe für stressbedingte Beschwerden, denn der Muskulatur- und Halteapparat ist von einem guten Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung abhängig  – und andauernder Stress sorgt für andauernde Anspannung, auch in den Muskeln. Stress selbst ist eine Anpassungsreaktion des Organismus auf neue oder erhöhte Anforderungen, wie beispielsweise ein neuer Job oder Beziehungsprobleme. In Stresssituationen schütten wir Stresshormone wie Cortisol aus. Diese geben uns kurzfristig Energie und machen uns leistungsfähiger. Bei länger andauernden Belastungen beziehungsweise chronischer Überforderung passiert jedoch genau das Gegenteil: Der Mensch neigt zu Symptomen wie Rückenschmerzen, ist erschöpft und antriebslos sowie anfällig für Krankheiten.

Welche Rolle spielt dabei die Psyche?

Die Psyche spielt eine große Rolle. Sie entscheidet mit darüber, wie gut man mit Anforderungen umgehen kann. Jeder kennt das: Wenn ich grundsätzlich ausgeglichen und „gut drauf“ bin, lasse ich mich auch nicht so schnell „stressen“. Zum anderen kann die Psyche in direktem Zusammenhang mit Schmerzen stehen. So können sich negative Gefühle wie Beschämung oder Isolation direkt im Gehirn auf das Schmerzzentrum auswirken: Ein seelischer Schmerz ist dann von einem körperlichen Schmerz für den Betroffenen nicht zu unterscheiden. Andersherum wirken sich chronische Schmerzen auch negativ auf die Psyche aus. Betroffene neigen nicht selten zu depressiven Stimmungen und einer grundsätzlich eher pessimistischen Lebenseinstellung.

Kann ich außer Gymnastik selbst noch etwas gegen Rückenschmerzen tun?

Wenn man um das Zusammenspiel von Psyche und Schmerzen weiß, kann man dies auch positiv für sich nutzen. Dann weiß man zum Beispiel, dass man Konflikte aktiv angehen und lösen sollte, statt sich von anderen zurückzuziehen. Und natürlich sind Entspannung und die Stärkung sowohl der psychischen als auch der körperlichen Gesundheit auch hier die Zauberworte. Sport und Aktivitäten mit Verwandten oder Freunden können dazu ebenso beitragen wie ein Hobby, das den eigenen Interessen entspricht und in das man gerne total eintaucht. Einen erheblichen Einfluss haben auch die subjektive Bewertung der Schmerzen und der eigene Umgang damit. Viele Rückenschmerzpatienten fangen automatisch an, sich zu schonen. Das ist zum einen gerade bei Rückenschmerzen kontraproduktiv, da der Rücken auf Bewegung ausgelegt ist. Zum anderen führt dies auch wieder zu Rückzug. Aber Schonung und Rückzug sind bei Rückenschmerzen genau das Falsche.

Dem Einfluss der Psyche auf Rückenschmerzen wird auch in dem Zweitmeinungsprogramm „RückenSPEZIAL“ der AOK Nordost Rechnung getragen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter:www.aok.de/nordost/ruecken-spezial  

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