Alexander Haus e.V. erhält Potsdamer Integrationspreis 2018

Gäste aus Potsdamer Partnerstädten bei der Preisverleihung in der
Schiffbauergasse

Die Landeshauptstadt Potsdam hat heute gemeinsam mit der ProPotsdam
GmbH in der Reithalle A im Hans Otto Theater zum 14. Mal den
Integrationspreis verliehen. Oberbürgermeister Jann Jakobs, die
Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Birgit Müller, und die
Vorsitzende des Migrantenbeirates, Diana González Olivo, übergaben den
Preis an die diesjährigen Sieger des Wettbewerbes.

„Bei der Aufnahme und Integration der Menschen, die in den vergangenen
Jahren aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind, zeigen die
Potsdamerinnen und Potsdamer viel Herz und Tatkraft. Alle eingereichten
Bewerbungen zeigen Beispiele des guten Miteinanders in unserer
Stadtgesellschaft und rufen zum Nachahmen auf. In diesem Jahr hat die
Jury entschieden, dass das Projekt ‚Community Essen: Kunst und Kochen‘
des Vereins Alexander-Haus Groß Glienicke den Integrationspreis erhält.
Verdient, wie ich finde. Herzlichen Glückwunsch!“, sagte
Oberbürgermeister Jann Jakobs. Er dankte allen Initiativen, die sich
beworben haben, für ihr Engagement. Insgesamt 13 Bewerbungen waren in
diesem Jahr bei der Geschäftsstelle des Migrantenbeirates der
Landeshauptstadt Potsdam eingegangen.

Der Integrationspreis 2018 wurde verliehen an
1. Preis: Alexander-Haus e. V. für das Projekt „Community Essen: Kunst
und Kochen“ – Projekt Community Dialogue“ des Alexander-Hauses e.
V. Groß Glienicke
2. Preis: Verein MitMachMusik – ein Weg zur Integration von
Flüchtlingskindern e. V. für das Projekt „MitMachMusik –
Integration durch gemeinsames Musizieren“
3. Preis: Stiftung für Engagement und Bildung e. V. für das Projekt
„Menschen treffen Menschen: Horizonte erweitern, Geflüchtete
verstehen“

Der mit 500 Euro dotierte „Sonderpreis Nachbarschaft“ von der
ProPotsdam, der von Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal überreicht
wurde, ging an den Verein StadtteilLaden im Kirchsteigfeld e. V. für das
Projekt „Sprachcafé“.

Der Integrationspreis wurde 2005 von den Mitgliedern des damaligen
Ausländerbeirates initiiert, von den Stadtverordneten unterstützt und
beschlossen und mit einem Preisgeld von insgesamt 1000 Euro
ausgestattet. Das Preisgeld wurde im Vorjahr auf 2000 Euro erhöht. Mit
der Auslobung des Preises verfolgt die Stadt das Ziel, besondere
Leistungen auf dem Gebiet der Integration zu würdigen. Potsdamer Träger,
Vereine, Initiativen, Privatpersonen, Schulen, Kindergärten, Betriebe
und andere Organisationen wurden aufgerufen, sich zu bewerben. Die
ProPotsdam stiftet alljährlich den „Sonderpreis Nachbarschaft“, mit
dem Projekte gewürdigt werden, die dem täglichen guten
nachbarschaftlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen und
Generationen dienen.

Die Preisträger wurden durch eine unabhängige Fachjury ermittelt. In
der Jury unter Vorsitz von Birgit Müller, Vorsitzende der
Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam, saßen: der
Geschäftsführer der ProPotsdam, Jörn-Michael Westphal, Dr. Ermyas
Mulugeta – Verein Loewenherz e.V. und NeMiB e. V., Diego Andrés Díaz
Tamayo – INWOLE e.V. / Projektwerkstatt Potsdam, die Vorsitzende des
Migrantenbeirats Diana Gonzalez Olivo, die Potsdamer Sportlerin Maike
Naomi Schnittger, die Schulleiterin des Oberstufenzentrums II Christina
Weigel, der Geschäftsführende Direktor des Hans-Otto-Theaters und
mehrjährige Mitorganisator der Festveranstaltungen zur Verleihung des
Potsdamer Integrationspreises Volkmar Raback sowie die Geschäftsführerin
der Energie und Wasser Potsdam (EWP) Sophia Eltrop.

Bei der heutigen Preisverleihung wurden alle eingereichten Projekte mit
Kurzfilmen vorgestellt. Die Filmbeiträge sind in Kooperation mit dem
Audiovisuellen Zentrum der Universität Potsdam entstanden. Durch den
Nachmittag führte Moderatorin Jessica Beulshausen. Unter den heutigen
Gästen der Preisverleihung waren auch die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer der Städtepartnerkonferenz zum Thema „Toleranz und
Integration“ aus Potsdams Partnerstädten Perugia, Opole, Jyväskylä,
Luzern, Sansibar, Bonn und Versailles. „Es freut mich außerordentlich,
die Gäste aus unseren Partnerstädten heute bei dieser Veranstaltung
begrüßen zu dürfen“, sagte Jann Jakobs.

Weitere Infos zum Integrationspreis sowie zu den Siegern und
Platzierten der Vorjahre finden Sie auf www.potsdam.de/Integrationspreis

Alle Bewerber für den Integrationspreis 2018

· „Community Essen: Kunst und Kochen“; Projektträger: Alexander-Haus
e. V. Groß Glienicke

· „MitMachMusik – Integration durch gemeinsames Musizieren“;
Projektträger: Verein MitMachMusik – ein Weg zur Integration von
Flüchtlingskindern e. V.
· „Menschen treffen Menschen: Horizonte erweitern, Geflüchtete
verstehen“; Projektträger: Stiftung für Engagement und Bildung e. V.
· „Sprachcafè“; Projektträger: Verein StadtteilLaden im
Kirchsteigfeld e. V.
· „Gemeinsame Masche“ – Netzwerk stricken, Projektträger: Potsdamer
Bürgerstiftung
· USV Boxen, Projektträger: FAIR Jugendprojekt des USV
· Basar der Kulturen; Träger: Waschhaus Potsdam gGmbH
· „Essen in Deutschland und der Welt!“, ein Bildungs- und
Filmprojekt der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gemeinsam mit
der Willkommensklasse der Leonardo-da-Vinci- Gesamtschule Potsdam im
Europäischen Kulturerbejahr 2018 – Sharing Heritage
· Lernwerkstatt Deutsch; Volkshochschule Potsdam
· Open Film University: Integrative Schreibwerkstatt (mit
Hörspielproduktion: Damascus Requiem); Projektträger: Institut für
Künstlerische Forschung der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
(IKF)
· „Sanssouci avec Shakespeare“ – Integrationstheater für Vielfalt
und Toleranz; Projektträger: Universitätsgesellschaft Potsdam e. V.
· WIR für den Sport!; Projektträger: Bornimer Sportclub e. V.
· Kultür Tandem; Projektträger: Neue Kulturwege e. V.

Laudatio Oberbürgermeister Jann Jakobs auf den 1. Preisträger

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe die Freude, den 1. Preis des diesjährigen Integrationspreises
der Landeshauptstadt Potsdam verkünden zu dürfen. Den Preis erhält der
Verein Alexander-Haus e. V. mit dem Projekt „Community Essen: Kunst und
Kochen“.

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Projekt „Community Essen: Kunst und Kochen“ führt uns nach Groß
Glienicke, in das Alexander Haus, zum dortigen Programm der
„Gemeinschafts-Dialoge“. Das Gemeinschafts-Dialog-Programm
initiierte Amanda Harding in ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglied des
Vereins Alexander-Haus e. V., mit dem Ziel der Stärkung des sozialen
Zusammenhalts vor Ort. Die Umsetzung des Programms leitet federführend
Julia Haebler. Das Projekt ist ein Teil der Bildungs- und
Versöhnungsarbeit des Alexander-Hauses. Das Community Essen findet in
Kooperation mit den Vereinen Neopanterra e. V. und Neues Atelierhaus
Panzerhalle e. V. statt. Der Verein Neopanterra ist der Träger der
Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in Groß Glienicke, das Neue
Atelierhaus befindet sich in der direkten Nachbarschaft der Unterkunft.
Seit Anfang 2017 bringt der Verein Alexander-Haus e. V. im Rahmen der
Gemeinschafts-Dialoge Menschen in Groß Glienicke zusammen. Im Zentrum
der Aktivitäten stehen Fragen der Identität und des Miteinanders. Im
Alexander-Haus sind die Geschichten von Menschen gefragt. Indem die
Geschichten gegenseitig erzählt werden, indem Menschen gegenseitig mit
Interesse zuhören, wird die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft
verdeutlicht.

Meine Damen und Herren,
Kochen bietet eine sinnliche Möglichkeit, sich jenseits von Sprache zu
begegnen. Gemeinsam ein Gericht vorzubereiten – vom Einkauf über
Putzen, Schälen, Rühren, Würzen, Kosten, das Riechen der Düfte – bis zum
Decken des Tisches, das Auftragen der Gerichte – verlangt eine aktive
Kommunikation. Im Alexander-Haus haben sich die Teilnehmerinnen des
Projektes „Community Essen: Kunst und Kochen“ mit Unterstützung von
künstlerischen Mitteln kennengelernt. Sie tauschten sich über
kulinarische Traditionen aus. Sie kreierten gemeinsam bunte Menüs –
aus ihren Lieblingszutaten. Sie teilten Rezepte und schmückten gemeinsam
den Tisch. Nach fünf Treffen von „Kunst und Kochen“ 2017 und 2018 mit
geflüchteten und einheimischen Frauen kochte die Gruppe im April 2018
gemeinsam für 400 Gäste des Open Days im Alexander-Haus und bot im Juni
2018 Speisen auf dem Dorffest an. Indem sich die Gruppe mit ihren
kulinarischen Fähigkeiten der Öffentlichkeit präsentierte, vollzog sich
dort eine Entwicklung. Heute bringen sich alle Projektteilnehmerinnen
gern in das Projekt ein, äußern Wohlbefinden und wünschen die
Fortsetzung der Reihe. Alle Teilnehmerinnen sind bereit, sich
gegenseitig zu helfen, sie hören einander zu und schätzen sich
gegenseitig. Das Projekt „Kunst und Kochen“ stiftete neue Verbindungen
und Freundschaften vor Ort in Groß Glienicke. So besuchte die
„Krabbelgruppe“ der Kirchengemeinde die Kleinkindgruppe der
Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende und umgekehrt. So haben sich
Kinder und deren Eltern kennengelernt. Das Projekt bot zahlreiche
Anlässe zum Dialog, der zur Vertrauensbildung und Schätzung
vielfältiger Perspektiven geführt haben.

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