6. Innenstadtwettbewerb „GrünStadtRaum“ – Schneider würdigt Preisträger

Bauministerin Kathrin Schneider hat heute die Preisträger des Innenstadtwettbewerbs 2017 zum Thema „GrünStadtRaum“ ausgezeichnet. An Akteure aus Frankfurt (Oder), Velten, Jüterbog und Eberswalde werden Preisgelder von jeweils 4.000 Euro vergeben. Preisträger aus Potsdam, Frankfurt (Oder) und Wittenberge erhalten Sonderpreise von je 3000 Euro.

 

Kathrin Schneider: „Grünanlagen bieten Raum für die Bürgerinnen und Bürger, um sich zu treffen, Sport zu treiben oder sich zu erholen. Gleichzeitig haben die grünen Lungen eine wichtige Klimafunktion und stärken nicht nur die Attraktivität der Städte, sondern bieten auch die Chance der Teilhabe und regen Familien an, die ‚grüne Öffentlichkeit‘ zu nutzen. Es sind oftmals die kleinen Dinge, die ausreichen, unsere Städte für alle Bewohnerinnen und Bewohner lebenswert zu machen. Wir unterstützen die
Städte dabei mit unserer  Stadtentwicklungspolitik nach dem Leitbild einer ‚Stadt für alle‘, das in der Strategie Stadtentwicklung und Wohnen, die  im August 2017 vom Kabinett beschlossen wurde, verankert ist.“

Mit dem Innenstadtwettbewerb soll die Bedeutung der Innenstädte als lebendige Orte zum Wohnen und Arbeiten hervorgehoben werden. Gleichzeitig wird mit dem Wettbewerb der Erfahrungsaustausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, den Kommunen, den Vereinen und den Unternehmen gefördert. Ziel ist es unter anderem, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Stadtentwicklungsprojekten zu stärken.

Das Thema „GrünStadtRaum“ wurde auch ausgewählt, weil der Bund das neue Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufgelegt hat, aus dem das Land Brandenburg 1,5 Millionen Euro in 2017 erhalten hat. Brandenburg setzt sich für eine Fortführung des Programms ein. Die Einrichtung und Umgestaltung von Grün- und Freiflächen wird aber auch – wie bisher – mit Mitteln aus den verschiedenen Städtebauförderprogrammen unterstützt.

Der Wettbewerb wurde bereits zum sechsten Mal ausgelobt. Es wurden 31 Beiträge aus 19 Brandenburger Städten eingereicht. Die Beiträge kamen aus Kommunen, von Vereinen und Verbänden, Initiativen und Interessengruppen, Wohnungsbauunternehmen und städtischen Entwicklungsgesellschaften, Unternehmensverbünden sowie von Privatpersonen. Insgesamt stehen 25.000 Preisgeld zur Verfügung.

Preisträger (je 4.000 Euro)

  • Frankfurt (Oder), Grünes Quartier der Zukunft –gemeinsam, zentral, sozial: Drei durchgrünte Wohnhöfe werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und sind damit als zusammenhängender Stadtraum erlebbar. Das Projekt wird ausgezeichnet, weil es sowohl in gestalterischer, sozialer und funktionaler Hinsicht wie auch im Sinne eines attraktiven grüngeprägten Ortes im Zentrum Frankfurts überzeugt. Darüber hinaus wird der Beteiligungs-, Planungs- und Bauprozess als vorbildlich gewürdigt. Diese Kooperation von Wohnungsunternehmen und Stadtverwaltung im Sinne eines lebendigen grünen Innenstadtraums wird als beispielhaft ausgezeichnet.

  • Velten, Grüne Stadt der kurzen Wege: ‚Grüne Stadt der kurzen Wege‘ ist eine Gesamtstrategie mit einer Vielzahl an Einzelvorhaben zur Freiraumgestaltung und umfassenden Aufwertung der Lebensqualität und Stärkung der Innenstadt. Die fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt stärkt damit auch die Innenstadt Veltens. Dieser strategische Ansatz hat Vorbildcharakter und macht deutlich, dass grüne Masterpläne für die Brandenburger Innenstädte neue Zukunftsperspektiven eröffnen.

 

  • Jüterbog, Klostergarten: Neben dem „Kulturquartier  Mönchenkloster“ mit Klosterkirche und Klostergebäuden entstand eine grüne Oase, die alle Altersgruppen zum Lernen, Betrachten, Verweilen, Ausruhen, Erholen, Ernten und zum Austausch einlädt. Der Klostergarten ist eine wichtige öffentliche Grünfläche in der dicht bebauten historischen Altstadt von Jüterbog, er übernimmt ökologische Funktionen z.B. bei der Versickerung des Regenwassers, für das Stadtklima sowie für Vögel und Insekten. Das Thema Klostergarten wurde aufgenommen und weiter entwickelt. Für Kräuter- und Pflanzbeete wurden Patenschaften durch Bürgerinnen und Bürger übernommen.  Die Stadt Jüterbog sorgt für eine jährliche Neubepflanzung der Beete.

  • Eberswalde, der „Neue Blumenplatz“: Die Initiative der Interessengemeinschaft Neuer Blumenplatz hat mit viel bürgerschaftlichem Engagement und Unterstützung aus der Verwaltung aus einer brachliegenden Fläche einen kleinen Stadtteilpark, den „Campo di Fiori“ entwickelt. Die Interessengemeinschaft Neuer Blumenplatz hat es geschafft, auf breiter Basis einen sozialen Raum an einer städtebaulichen Leerstelle zu schaffen. Hier ist wirklich ein „Urbaner Garten“ entstanden, der für die Macherinnen und Macher sowie Nutzerinnen und Nutzer gleichermaßen gesellschaftliche Aufgaben erfüllt.

Sonderpreise (3.000 Euro)

  • Potsdam, – schöner Luisenplatz – Verbesserung des Erscheinungsbildes eines historischen öffentlichen Platzes: Der Luisenplatz ist eine exponierte Adresse, quasi eines der Vorzimmer zur weltberühmten Parkanlage Sanssouci. Um seine kleinteilige Gestaltung hat sich seit Jahren, zuerst im Alleingang, später unterstützt von anderen Potsdamerinnen und Potsdamern, Frau Eleanora Terrelonge-Griffith de Franke gekümmert. Sie hat dabei auf Teilen des Platzes, mithilfe ästhetisch ansprechender Bepflanzung, eine Idylle erschaffen und den Platz in einem täglichen Kampf gegen Gedankenlosigkeit, Desinteresse und Vandalismus verteidigt. Zunächst ohne städtische Unterstützung hat sie sich durch ihr Tun die Kooperation der Stadt Potsdam und der verschiedenen städtischen Abteilungen mit Verantwortung für die Bäume, die elektrische Beleuchtung des Platzes, die Müllentsorgung, die Stadtreinigung und die Pflege des Springbrunnens gesichert. Zusätzlich konnte sie Sponsoren gewinnen.

  • Frankfurt (Oder), Bürgerinitiative Lennépark – „Gesunde Umwelt für meine Stadt“: Die seit 10 Jahren gewachsene Bürgerinitiative Lennépark setzt sich auf Eigeninitiative mit einer Vielzahl verschiedener Projekte für die Erhaltung, Pflege und Belebung des Gartendenkmals Lennépark und zweitältesten Bürgerpark Deutschlands ein. Der Park ist die historisch grüne Lunge im Stadtzentrum in Frankfurt (Oder), ein Ort der Ruhe, Erholung und Entspannung, Freizeitaktivitäten und Spielmöglichkeiten für Kinder. Der Bürgerinitiative ist es gelungen, ehrenamtliches Engagement durch eine breite Bevölkerungsschicht zu entfachen, die jährlich Spendengelder für die Bepflanzung, Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten sammeln. Die Initiatorinnen und Initiatoren sorgen mit ihrem Engagement für Ordnung und Sicherheit und machen den Park für alle erlebbar.

  • Wittenberge, „Schule schafft Vorgarten“: Der neugestaltete Schulvorplatz verbessert den Lebens-, Aufenthalts- und Kommunikationsraum für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen in der Innenstadt. Durch die verantwortliche Beteiligung der Schülerinnen und Schüler im Planungsprozess wurden die jungen Menschen ermuntert, sich mit ihrer baulichen Umgebung auseinanderzusetzen, sich mit ihrem Umfeld zu identifizieren und dieses aktiv mitzugestalten. Dies wird unterstrichen durch den Wunsch der Schülerinnen und Schüler, auf dem Platz eine Gedenkstele für das Außenlager des KZ Neuengamme aufzustellen. Der ehemalige triste und versiegelte Parkplatz ist nun ein  kleiner Platz mit guter städtebaulicher Aufenthaltsqualität.
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