ZDF-Doku „Böse Bauten“: Hitlers unbequemes Erbe

Original erhalten: Schwimmbad auf der NS-Burg Vogelsang.
Copyright: ZDF/Sebastian Felsch

Provokante Protzbauten oder geheime Kriegsanlagen – die baulichen Zeugnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus haben viele Gesichter. Wie soll unsere Gesellschaft mit den sperrigen Nazi-Hinterlassenschaften umgehen? Neu nutzen, abreißen oder unter Denkmalschutz stellen? Im vierten Teil der Dokumentationsreihe „Böse Bauten“ geht es am Sonntag, 17. September 2017, 0.10 Uhr, im ZDF in den Westen Deutschlands: zu verlassenen Autobahnbrücken, gigantischen Ordensburgen, unterirdischen Fabriken und ehemaligen Schlachtfeldern. ZDFinfo zeigt eine 45-minütige Fassung am Samstag, 4. November 2017, 20.15 Uhr.

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang mitten in den grünen Wäldern der Eifel ist eines der größten noch erhaltenen Bauensembles aus der Zeit des Nationalsozialismus. Wie kann man eine solche Riesenanlage heute nutzen? Und wie schützen vor Nazi-Nostalgikern? In der Dokumentation wird auch die populäre Mär widerlegt, dass die Autobahn eine Erfindung Adolf Hitlers gewesen sei. Das Team besucht die wohl erste Spannbetonbrücke der Welt, damals technologisch innovativ, heute funktionslos, mitten auf einem Rastplatz ohne Straßenanbindung. Auch zu den Relikten des so genannten Westwalls begibt sich die Dokumentation, macht sich auf die Suche nach Verteidigungsanlagen, nach Bunkern und Panzersperren. Ein Ehepaar nutzt sie gar als Fundament ihres Hauses. Und in den ehemaligen Schlachtfeldern im dichten Hürtgenwald werden heute immer noch die Überreste deutscher und auch amerikanischer Gefallener gefunden. Erschütternde Schicksale eines grausamen Krieges.

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