Umsetzung des Paris-Abkommens: IPCC wird Sonderbericht zu 1,5 Grad Erwärmung liefern

Welche Folgen hat eine Erderwärmung um 1,5 Grad? Und welche
Treibhausgasemissionen wären dann noch möglich? Diese Fragen will der
Weltklimarat bis 2018 in einem Sonderbericht klären. . Das hat die
Voll-versammlung des Weltklimarats IPCC in Nairobi beschlossen.

Das erste weltweite Klimaschutzabkommen, das im Dezember 2015 in Paris
verabschiedet wurde, sieht für die globale Erderwärmung eine Obergrenze
von 2 Grad vor. Dieses Ziel wird damit völkerrechtlich bestätigt.
Darüber hinaus legt der Vertrag Anstrengungen fest, um die Erderwärmung
auf 1,5 Grad zu beschränken. Die Staaten der UN-Klimarahmenkonvention
baten daher den IPCC, den wissenschaftlichen Sachstand für 1,5 Grad
Erwärmung in einem Sonderbericht zusammenzufassen.

Der Sonderbericht des IPCC soll wissenschaftliche Informationen über die
Folgen einer Erwärmung um 1,5 Grad und über die mit einer solchen
Erwärmung konsistenten Treib-hausgas-Emissionen liefern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in diesem
Zusammenhang Grundlagenforschung und Modellentwicklung sowie
Infrastrukturen, um die dafür notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse
zu gewinnen. Exemplarisch dafür sind die Programme zu Wolken- und
Niederschlagsprozessen im Klimasystem. Auch sollen Modellsysteme für
mittelfristige regionale Klimaprognosen und extreme Wetterausprägungen in
der Atmosphäre entwickelt werden.

Die Vollversammlung des IPCC hat zudem entschieden, dass bis 2020 zwei
weitere Sonderberichte zu den Themen Ozeane und Eisgebiete sowie
Landsektor erstellt werden. Ein Sonderbericht zum Thema Städte soll nach
2022 vorgelegt werden.

Auf Grundlage eines Expertendialogs wird das IPCC-Plenum in den kommenden
Monaten über die Struktur dieser Berichte entscheiden. Die Arbeit der
Autoren beginnt 2017, auch deutsche Experten werden dazu beitragen.

Der IPCC bietet als Institution der Vereinten Nationen Grundlagen für
wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik, ohne jedoch konkrete
Lösungswege vorzuschlagen oder politische Handlungsempfehlungen zu geben.
Der nächste Hauptbericht des IPCC, der Sechste Sachstandsbericht, wird in
den Jahren 2021/22 erscheinen. Von deutscher Seite ist Prof. Hans-Otto
Pörtner als Ko-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe zu Folgen, Anpassung
und Ver-letzlichkeit maßgeblich beteiligt. Finanziert wird die
Geschäftsstelle dieser IPCC Arbeitsgruppe II durch das BMBF.

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