Saisonauftakt mit Überraschungseffekt

Einen solchen Auftritt hatte noch keine vor ihr: Vom Martinshorn begleitet und auf der Drehleiter stehend ist Sarah Wladasch am Donnerstagvormittag in die Altstadt eingeschwebt. In einem strahlend pink-violetten Kleid und mit einem noch strahlenderen Lächeln hat sie als die neue Beelitzer Spargelkönigin für einen besonderen Auftakt zur diesjährigen Saison gesorgt.

Auch darüber hinaus steckte die Eröffnung der Beelitzer Spargelsaison 2016 voller Überraschungen und kleiner Premieren: Erstmals wurde dieses Ereignis von einem Fest für Beelitzer Bürger und Gäste in der Altstadt flankiert, erstmals gab es einen regionalen Markt mit Ständen Beelitzer Erzeuger und erstmals hatten sich neben dem Spargelverein mit der Stadt, den Gewerbetreibenden und der Feuerwehr weitere Partner beteiligt. Für die Feuerwehr schlägt das Herz der neuen Hoheit, nicht zuletzt weil ihr Lebensgefährte seit Jahren als Brandschützer in der Beelitzer Wehr aktiv ist.

Zum Saisonauftakt wurde auch ein neuer Brunnen auf dem Kirchplatz eingeweiht, den der Spargelverein der Stadt und ihren Bürgern gestiftet hat. Geziert wird der Brunnen von einer Bronzeskulptur: Die Nachbildung einer historischen Beelitzer Spargelstecherin hat der in Nürnberg lebende Bildhauer Lutz Backes geschaffen. Vielen ist er auch als Karikaturist unter dem Pseudonym „Bubec“ bekannt. Backes und seine Frau Elfriede sind der Stadt seit Jahren verbunden – ebenso wie die bekannte Entertainerin Dagmar Frederic, die am Donnerstag ebenfalls vor Ort war und mit den Kindern der Kita „Sonnenschein“ das Spargellied sang.

Letztendlich hat sich gezeigt: Ganz Beelitz ist bereit für die hierzulande schönste Zeit des Jahres. In den kommenden Wochen werden wieder unzählige Genießer und Ausflügler auf in die Stadt und auf die Höfe strömen, um den Beelitzer Spargel feldfrisch zu kaufen oder vor Ort in den Hofrestaurants zu probieren. „In diesem Jahr schmeckt er besonders spargelig“, versprach Manfred Schmidt, Chef des Spargelvereins augenzwinkernd. Wie sollte es auch anders sein? Immerhin steht die Marke „Beelitzer Spargel“ seit jeher für Frische und Natürlichkeit. Bürgermeister Bernhard Knuth würdigte bei dieser Gelegenheit das Verdienst der Spargelbauern, die die Tradition des Sparelanbaus aus den 1920er Jahren nach der Wende so erfolgreich wiederbelebt haben.

Die Anbaufläche des Beelitzer Spargels liegt bei mittlerweile 1600 Hektar, zwölf Betriebe arbeiten unter der Dachmarke. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) erklärte, dass „die Entwicklung der Unternehmen, das im Wortsinn sichtbare Wachstum der Region und den Stolz auf seine Traditionen bewundernswert“ seien. Vogelsänger sprach von einem Wandel, den die Stadt Beelitz in den vergangenen Jahren vollzogen habe und der sich in den Menschen und den Aktivitäten wiederspiegele. Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD), der die letzten Tage eisern ausgeharrt hatte, bis es den ersten Beelitzer Spargel gibt, geriet ebenfalls ins Schwärmen: „Auch heute kann man wieder sehen, wie toll diese Stadt ist und wie viel hier los ist.“

Im Anschluss an den offiziellen Teil in der Altstadt wurde auf einem Feld bei Schlunkendorf der offiziell erste Beelitzer Spargel von königlicher Hand gestochen. Sarah Wladasch, die bereits als Kind Spargel im großelterlichen Garten geerntet hatte, ging mit viel Professionalität ans Werk – und mit jeder Menge Ausstrahlung. In der Altstadt wurde unterdessen bis in den Nachmittag gefeiert – mit uriger Volksmusik und natürlich mit frischem Beelitzer Spargel.

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