Kolumbien: Reise- und Sicherheitshinweise

Aktuelle Hinweise

Seit dem 28. Mai 2016 finden landesweite Streiks von Landwirten statt. Der Verkehr auf Überlandstraßen ist stark beeinträchtigt, vielerorts völlig blockiert. Besonders betroffen sind die Departements
Boyacá, Chocó, Cesar, Cauca und Nariño. Hier sollten Überlandfahrten nur vorgenommen werden, wenn diese zwingend erforderlich sind.

Auf der Panamericana zwischen Cali und Popayan werden immer wieder Blockaden errichtet, die den Straßenverkehr erheblich beeinträchtigen. Ein Ende der Proteste ist bislang nicht absehbar.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Von Reisen in die Grenzregion zu Venezuela wird aufgrund des anhaltenden Grenzkonflikts weiterhin abgeraten. Die Ein- und Ausreise über den Landweg von und nach Venezuela ist nicht möglich. Alle
Grenzübergänge sind weiterhin geschlossen. Ausnahmen zur Grenzüberquerung bestehen nur für Schulbusse.

Entführungen

Ein Entführungsrisiko für ausländische Staatsangehörige besteht weiter, insbesondere in den Grenzregionen zu Venezuela.

Naturkatastrophen

Bei Reisen in die unmittelbare Umgebung von Vulkanen sollten die Anweisungen der örtlichen Behörden und Sicherheitskräfte beachtet werden.

Hinweise zu vulkanischen Aktivitäten gibt das staatlich geologische Institut Ingeominas unter http://www.ingeominas.gov.co/Observatorios-Vulcanologicos.aspx .

Aktuelle Informationen zu regionalen Überschwemmungen und Erdrutschen nach schweren Regenfällen werden auf der Website der kolumbianischen Behörde für nationalen Katastrophenschutz
(http://www.sigpad.gov.co) eingestellt.

Kriminalität/Terrorismus/Sicherheit

Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich seit 2002 kontinuierlich verbessert. Sie ist in den meisten Großstädten (insbesondere in Bogotá) mit der in anderen lateinamerikanischen Metropolen
vergleichbar. Es kommt jedoch weiterhin zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften und illegalen Gewaltgruppen – hauptsächlich in entlegenen Landesteilen, u.a. im
Südwesten des Landes.

Seit dem einseitig verkündeten Waffenstillstand der Guerillagruppe FARC im Juli 2015 sind deren Aktivitäten deutlich zurückgegangen. Die Guerillagruppe ELN sowie andere illegale Gruppen aus dem
Bereich der organisierten Kriminalität verüben weiterhin Anschläge. Terroristische Anschläge auf touristische Ziele sind in den letzten Jahren nicht vorgekommen. Der mögliche Friedensschluss mit der
FRAC sollte nicht dazu verleiten, die dann noch bestehenden Gefahren außerhalb der Großstädte zu unterschätzen.

Von Aufenthalten in den Grenzregionen, insbesondere zu Venezuela, Ecuador, Peru und Panamá sowie in allen vom Binnenkonflikt und der Drogenökonomie (Anbau, Schmuggel) betroffenen Regionen, wird
abgeraten. Dazu zählen insbesondere die gesamte Pazifikküste, die Departements Chocó, Cauca, Putumayo, Nariño, Arauca, Córdoba, Caquetá,einzelne Gebiete in Norte de Santander, der Nordosten und
Nordwesten von Antioquia sowie der Süden von Bolivar.

Touristisch organisierte Reisen nach San Agustín im Departement Huila und zu Ciudad Perdída im Departement Magdalena sollten nur tagsüber mit einer örtlichen Reiseleitung und auf den durch das
kolumbianische Militär gesicherten Hauptanreisewegen durchgeführt werden. Aufgrund der hohen Allgemeinkriminalität und der Gefahr terroristischer Anschläge bleibt ein  Restrisiko für die persönliche
Sicherheit bestehen.

Bitte beachten Sie die unten genannten Verhaltens- und Vorsichtsmaßnahmen.

Die Kriminalitätsrate (insbesondere Straßendiebstähle und Wohnungseinbrüche) und die allgemeine Gewaltbereitschaft sind  hoch. Dies gilt sowohl für landschaftlich reizvolle Gegenden/Wanderwege als
auch für die Hauptstadt Bogotá und Touristenzentren. Selbst tagsüber muss mit Raubüberfällen und Trickdiebstahl gerechnet werden. Mit Einbruch der Dämmerung besteht bei Überfällen eine erhöhte Gefahr
der Gewaltanwendung.

Reisende können die Gefahr, Opfer von Straftaten zu werden, verringern, wenn sie die nachfolgenden Verhaltenshinweise beachten:
– Leisten Sie auf keinen Fall Widerstand, wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem bewaffneten Überfall kommt.
– Achten Sie bei Menschenansammlungen wie z.B. in Einkaufzentren, auf Märkten, an Flughäfen oder Busbahnhöfen besonders gut auf Ihre Wertgegenstände und Ihr Gepäck.
– Vermeiden Sie bei Dunkelheit einsame Viertel und Straßen, Vorsicht ist nachts auch in der Altstadt von Bogotá angebracht. Seien Sie abseits der Touristenzentren nicht allein unterwegs, insbesondere
wenn Sie keine Ortskenntnis besitzen.
– Vermeiden Sie einsame Haltestellen bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
– Auf Fahrten als Anhalter sollten Sie unbedingt verzichten. Auch sollten Anhalter grundsätzlich nie mitgenommen werden.
– Verzichten Sie auf auffälligen (auch Mode-)Schmuck und nehmen Sie Geld und Wertsachen nur im erforderlichen Umfang mit.
– Verzichten Sie auf Reisen, bei denen Reiserouten, Übernachtungsmöglichkeiten und Transportmittel nicht im Voraus fest stehen.
– Vorsicht an Geldautomaten: Ziehen Sie Geld möglichst nur tagsüber in Begleitung und achten Sie auf auffällige Personen in Ihrer unmittelbaren Umgebung.
– Wichtige Dokumente (Reisepass, Flugticket, etc.) sollten im Hotelsafe deponiert werden. Eine Passkopie sollten Sie aber immer bei sich führen. Es empfiehlt sich, einen Scan aller wichtigen
Dokumente beispielsweise in einem E-Mail-Fach zu deponieren, um jederzeit darauf zugreifen zu können, falls die Originale abhandenkommen. Dies erleichtert die Neubeschaffung erheblich.
– Fahrzeuge sollten nur auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Legen Sie keine Taschen etc. sichtbar auf die Autositze, sondern verstauen Sie diese unter den Sitzen oder im Kofferraum.
– Nehmen Sie möglichst keine Getränke, Esswaren, Süßigkeiten oder Zigaretten von Fremden an und lassen Sie Essen/Getränke im Restaurant nicht unbeaufsichtigt. Auf diese Weise wurden Opfern sog.
„K.O.-Tropfen“ wie Scopolamin oder ähnliche Mittel verabreicht.
– Reisende sollten keine Taxis am Straßenrand heranwinken sondern stets einen Telefon- oder Internetservice benutzen, um ein Taxi zu bestellen (z.B. die Taxi-App TAPPSI), oder autorisierte Taxis an
den kenntlich gemachten autorisierten Taxiständen benutzen (i.d.R. erkennen Sie diese am mit offizieller Kleidung kenntlich gemachten Personal, welches vor Abfahrt Ihren Namen und die Nummer des
Taxis notiert). Andernfalls laufen Sie Gefahr, Opfer einer Kurzzeitentführung zu werden, bei der die Täter in der Regel Kreditkarten samt PIN-Nummern abpressen, um an Geldautomaten Bargeld vom Konto
des Opfers abzuheben.
– Kreditkarten sollten niemals aus der Hand gegeben werden. Bei der Benutzung eines Geldautomaten sollte dieser auf mögliche Präparierungen zum illegalen Auslesen der Karte überprüft werden. Geld
sollte generell nur tagsüber in belebten Straßen, großen Banken oder Einkaufszentren abgehoben werden.

Reisen über Land

Die kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen Jahren erhebliche logistische und personalintensive Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den
wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten
des Landes können daher in der Regel befahren werden, jedoch  nur tagsüber und möglichst an Wochenenden oder Feiertagen. Ausflüge in der Umgebung von Bogotá und (mit Einschränkungen) in den
Umgebungen anderer Städte sind ebenfalls möglich. Benutzen Sie möglichst unauffällige Fahrzeuge. Ein persönliches Restrisiko (Überfälle, Entführungen, hohe Zahl von Unfällen) bleibt. Wegen der
erhöhten Unfall- und Überfallgefahr sollten Nachtfahrten (auch mit Bussen) im ganzen Land vermieden werden.

Auf den großen Hauptverkehrswegen des Landes kann es durch unangekündigte Streiks zu Straßenblockaden kommen, die Überlandfahrten mangels Ausweichrouten erheblich beeinträchtigen können.

Drogen

Gelegentlich werden Touristen gegen ihren Willen und in Unkenntnis als „Drogenschmuggler“ missbraucht. Reisende sollten daher kein Gepäck für Fremde mitnehmen und den Inhalt des eigenen Gepäcks
kontrollieren.

Reisende müssen an den Flughäfen mit eingehenden Kontrollen des Gepäcks und mit körperlichen Durchsuchungen rechnen. Bei Gepäckdurchsuchungen wegen Drogenverdachts sollte unbedingt ein unabhängiger
Zeuge hinzugezogen werden. Drogenbesitz führt zu hohen Strafen in kolumbianischen Gefängnissen.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:

www.auswaertiges-amt.de

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