„Kaffee zum Glück“ in Trebnitz

Das Brandenburger Landwirtschaftsministerium stellt regelmäßig ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das aus dem Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird. Das Projekt des Monats Juni zeigt, wie eine restaurierte Remise in Trebnitz (Märkisch-Oderland) zum beliebten Treffpunkt für Einheimische und Besucher wurde.

Das Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V. ist eine von sechs Brandenburger Bildungsstätten für die Jugendarbeit. Seit 20 Jahren gehören auch internationale Austauschprojekte, vor allem mit Polen und Osteuropa, zum Programm.

Trebnitz gehört heute zur Stadt Müncheberg. Das Schloss in seiner heutigen Form entstand durch Umbauarbeiten um 1900. Damals wurden an den heutigen Mittelbau die beiden Seitenflügel angebaut. So wurde das schlichte Gutshaus zu einem neubarocken Schloss umgestaltet. Zum Herrenhaus gelangt man über eine repräsentative Zufahrt, die dem Schloss vorgelagert ist. Bestandteil der früheren Gutsanlage waren unter anderem das Inspektorenhaus, die Remise, die Schmiede mit der Meierei, die Waschküche, die Stellmacherei, die Brennerei sowie verschiedene Stall‐ und Speichergebäude.

Zu den verschiedenen Projekten im Zusammenhang mit der Bildungs- und Jugendarbeit, die hier bereits in mehreren Etappen umgesetzt werden konnten, gehört gleich im Eingangsbereich die erwähnte Remise, die 2015 saniert und zu einem Dorfladen mit Café und Ausstellungsraum ausgebaut wurde.

Immer wieder wünschten sich die Dorfbewohner einen Treffpunkt für die Ortsansässigen, aber auch als Ziel für die in der wärmeren Jahreszeit zahlreichen Besucher.

Durch den Fernradweg Nummer 1, der mitten durch Trebnitz führt, erreichen den Ort auch Radtouristen in großer Zahl. Die suchten bislang vergebens nach einem gastronomischen Angebot oder einem Info-Punkt, um mehr über das Dorf oder über das Schloss zu erfahren.

Die Remise, die zuvor jahrzehntelang zusehends verfiel, bot sich an. Mittlerweile wurde sie mit Hilfe des Europäischen Agrarfonds ELER umfassend saniert und für die Mieter umgebaut.

Der hier eingerichtete, täglich geöffnete Dorfladen führt ein Warenangebot für den täglichen Bedarf sowie regionale Agrarprodukte.

Mit dem Hofladen zog das deutsch-polnische Schülercafé „Kaffee zum Glück / Kawa na szczęście” von der Schmiede in die Remise um. An jedem Wochenende von März bis November laden deutsche und polnische Schüler zu Kaffee und Kuchen. Einheimische und Touristen kommen hierher ebenso gern wie die Seminargäste und Mitarbeiter der im Schloss Trebnitz tätigen Einrichtungen. Im oben eingerichteten Ausstellungsraum ist derzeit eine erste Ausstellung über den Bildhauer Gustav Seitz zu besichtigen. Die soll auf dem Schlossgelände später in ein Gustav-Seitz-Zentrum integriert werden.

Die Gesamtkosten für die Remise belaufen sich auf  603.676 Euro, die Fördersumme auf 444.976 Euro. Davon kamen 355.981 Euro aus ELER-Mitteln und 88.995 Euro aus Mitteln des Landes Brandenburg. Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER zugrunde.

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