Haiti: Reise- und Sicherheitshinweise

Aktuelle Hinweise

Seit der Absage der für den 24. Januar 2016 geplanten zweiten Runde der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen kommt  es in Port-au-Prince  und in der Provinz immer wieder zu schweren Ausschreitungen
mit Toten und Verletzten. Friedliche, aber auch in zunehmendem Maße gewalttätige  Demonstrationen mit Waffeneinsatz, auch durch die Sicherheitskräfte, finden täglich sowohl  in vielen Bezirken der
Hauptstadt wie im ganzen Land statt. Die Lage ist weiterhin unübersichtlich und eine Beruhigung nicht in Sicht. Die wirtschaftliche Situation des Landes verschlechtert sich ständig.

Von Reisen jeglicher Art nach Haiti wird daher – bis zu einer nachhaltigen Beruhigung der Lage – dringend abgeraten.

Bereits in Haiti befindlichen Reisenden wird besondere Vorsicht empfohlen und dringend geraten, die lokale Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen, sowie jede Art von Menschenansammlungen und
Demonstrationen zu meiden. Den Anweisungen der Sicherheitskräfte sollte unbedingt Folge geleistet werden. Von allen Überlandfahrten wird dringend abgeraten.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität

Das allgemeine Kriminalitätsniveau ist hoch, liegt aber unter dem vergleichbarer anderer Staaten der Karibik. Vor allem in den beiden Großstädten Port-au-Prince und Cap-Haitien sind Ausländer
bevorzugte Opfer und werden teils gezielt ausgeraubt, z. B. nach der Erledigung von Bankgeschäften oder nach der Einreise am Flughafen. Daher wird Individualreisenden zu besonderer Vorsicht geraten.

Haiti hat in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Tourismussektor wieder zu beleben. Dazu gehören gut organisierte Gruppenreisen, die den sicherheitsrelevanten
Gegebenheiten so gut wie möglich Rechnung tragen. Die Teilnehmer werden bereits am Flughafen empfangen und während des gesamten Aufenthalts in Haiti begleitet, teilweise auch von Sicherheitskräften.
Reisende, die an einer solchen Gruppenreise teilnehmen, müssen damit rechnen, dass wichtige Ausfallstraßen zu den Hotels an den Stränden des Landes durch gewalttätige Demonstranten blockiert werden
und die Reise daher nicht wie geplant stattfinden kann.

Individualreisenden wird vor einem Aufenthalt  in den folgenden Stadtvierteln der Hauptstadt Port-au-Prince zu besonderer Vorsicht geraten:

Cité Soleil, Martissant, Carrefour, Bel Air, Cíté Militaire, Jean-Marie Vincent

Bei der Ein- und Ausreise über die offiziellen Grenzübergänge zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti muss mit stundenlangen Wartezeiten und unangekündigten Schließungen der Grenze sowie mit
unangekündigten Demonstrationen auf beiden Seiten der Grenze gerechnet werden. Der illegale Grenzübertritt ist strafbar und lebensgefährlich.

Piraterie

Reisende auf maritimen Beförderungsmitteln sollten beachten, dass Raubüberfälle auf ankernde oder sich in Küstennähe befindende Schiffe bzw. Fälle von Piraterie entlang der haitianischen Küste
sporadisch vorkommen und entsprechende Maßnahmen ergreifen (sichere Ankerplätze vorziehen, Vorsicht mit spontanen Gästen an Bord, Eigensicherung bei Nacht).

Die staatlichen Sicherheitsorgane sind nur eingeschränkt funktionsfähig. Sie können grundsätzlich keinen ausreichenden Schutz garantieren oder Hilfe leisten. Die medizinische Notfallversorgung (z. B.
Ambulanzdienste, Intensivstationen) ist ebenfalls nicht flächendeckend gewährleistet.

In Haiti wird weiterhin Cholera übertragen. Nähere Informationen hierzu finden sich in den Medizinischen Hinweisen (s. u.).

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:

www.auswaertiges-amt.de

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: