Flüchtlinge als Unternehmensgründer

Wer auf Dauer in Deutschland leben kann, darf auch ein eigenes Unternehmen gründen. Ein Online-Leitfaden gibt Flüchtlingen Tipps dafür – auf Deutsch und Arabisch.

Der Koch und Restaurant-Besitzer Hamischa mit einem Mitarbeiter.Restaurant-Besitzer Hamischa ist keine Ausnahme: Jeder 6. Selbstständige in Deutschland hat ausländische Wurzeln.Foto: Nicole Wahl

Eihab Hamischa kam vor über 15 Jahren aus Syrien und hat in Deutschland zwei erfolgreiche Unternehmen gegründet. In Hamburg betreibt er ein Restaurant und ein Catering-Unternehmen. Flüchtlingen, die ein Unternehmen gründen wollen, rät Hamischa: „Man muss neugierig sein, genau hinschauen und immer wieder fragen, wie das alles hier funktioniert“.

Für Existenzgründungen gibt es klare Regeln. Wer nur vorübergehend in Deutschland bleiben darf, braucht für die Gründung eines Unternehmens zunächst die Erlaubnis der Ausländerbehörde.

Beratungsangebote in mehreren Sprachen

Das Online-Magazin „GründerZeiten“ des Bundeswirtschaftsministeriums informiert Flüchtlinge, wann sie ein eigenes Unternehmen gründen dürfen. Auf Deutsch und Arabisch erklärt das Magazin die rechtlichen Voraussetzungen und gibt Tipps für die Gründung.

Das „Existenzgründerportal“ informiert in mehreren Sprachen. Auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch können sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund über Unternehmensgründungen informieren.

Sprache als Voraussetzung

Die rechtlichen Bedingungen sind jedoch nicht die größte Hürde für Flüchtlinge. Oft ist die Sprache das entscheidende Hindernis.

Das bestätigt auch Eihab Hamischa: „Das Wichtigste für jeden Flüchtling, der jetzt nach Deutschland kommt, ist es, die Sprache zu lernen und das Land kennenzulernen.“ Denn wer Deutsch spricht, kann leichter mit Behörden verhandeln und die deutsche Kultur verstehen. Unternehmensgründer können so erfahren, was ihre Kunden wollen und darauf ihre Geschäftsidee aufbauen.

Kulturelle Vielfalt zum Vorteil nutzen

Die eigene Kultur ist für die Unternehmensgründung kein Nachteil, sondern kann genutzt werden. Beispiele dafür sind die vielen internationalen Restaurants in Deutschland. Die Besitzer bieten Speisen aus ihren Heimatländern an und passen sie an deutsche Geschmäcker an.

Viele ausländische Gründer

Der Koch und Restaurant-Besitzer Hamischa ist keine Ausnahme: Jeder sechste Selbstständige in Deutschland hat ausländische Wurzeln. Das hat das Institut für Mittelstandsforschung festgestellt.

Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft haben im ersten Halbjahr 2015 fast 45 Prozent aller neuen Einzelunternehmen gegründet. Deutsche hingegen gründen immer weniger Unternehmen. Daher leisten Migranten einen wichtigen Beitrag für die deutsche Wirtschaft.

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