Dr. Christian Seidel trägt sich ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Potsdam ein

Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für das Neue
Kammerorchester hat sich heute Dr. Christian Seidel ins Goldene Buch der
Landeshauptstadt Potsdam eingetragen. Oberbürgermeister Jann Jakobs
würdigte die Verdienste des engagierten Musikfreundes in seiner
Laudatio. Es war Seidel, der im Jahr 2000 mit Ud Joffe und ehemaligen
Musikern der gerade abgewickelten Brandenburgischen Philharmonie die
Initiative ergriff, um seiner Liebe zur Musik mit dem Neuen
Kammerorchester Potsdam eine Heimat zu geben, sagte Jakobs. Neben
den chorsinfonischen Projekten stellte sich das Orchester schon im März
2001 erstmals in einem Sinfoniekonzert vor. In relativ kurzer Zeit ist
es mithilfe der tatkräftigen Hilfe und dem nötigen Organisationstalent
von Christian Seidel gelungen, dem Neue Kammerorchester einen festen
Platz im kulturellen Bewusstsein der Potsdamerinnen und Potsdamer zu
sichern
, so Jakobs weiter. Nachfolgend dokumentieren wir die
Laudatio.

Es gilt das gesprochene Wort!

*Sehr geehrter Herr Joffe,
sehr geehrte Frau Müller,
sehr geehrte Gäste,
und sehr geehrter Herr Dr. Seidel, lieber Christian,

wir sind hier heute im Kreis derer zusammengekommen, für die Dr.
Christian Seidel seit 15 Jahren ehrenamtlich engagiert ist, um ihn in
das Goldene Buch der Landeshauptstadt Potsdam eintragen zu lassen. Es
passt besonders gut zu Christian Seidel, dass wir diese Eintragung nicht
im Blauen Salon im Stadthaus machen, sondern hier bei Ihnen.

Herr Dr. Seidel hat sich gleich auf mehreren Feldern um die
Landeshauptstadt Potsdam und seine Einwohnerinnen und Einwohner verdient
gemacht.

Im Jahr 2000 ergriff er mit Herrn Joffe und ehemaligen Musikern der
gerade abgewickelten Brandenburgischen Philharmonie die Initiative, um
seiner Liebe zur Musik mit dem Neuen Kammerorchester Potsdam eine Heimat
zu geben. Neben den chorsinfonischen Projekten stellte sich das
Orchester schon im März 2001 erstmals in einem Sinfoniekonzert vor. In
relativ kurzer Zeit ist es mithilfe der tatkräftigen Hilfe und dem
nötigen Organisationstalent von Christian Seidel gelungen, dem Neue
Kammerorchester einen festen Platz im kulturellen Bewusstsein der
Potsdamerinnen und Potsdamer zu sichern. Die Jahresprogramme werden
dramaturgisch aufgebaut, was besondere Planungsleistungen erfordert.
Sogar eine musikalische Reise durch ganz Europa konnte das Orchester ab
2009 unternehmen und damit Potsdam auch außerhalb Deutschlands
musikalisch vertreten.

Besonderes Kennzeichen des Neuen Kammerorchesters ist seine
Zusammenarbeit mit den Potsdamer Chören, was es zu einem wichtigen
Bündnispartner innerhalb des Potsdamer Musiklebens macht. Auch
Großveranstaltungen, wie die Musikfestspiele oder das Stadtwerkefest
werden nicht mehr ausgelassen. Und in Berlin wird auch schon mal der
Saal der Berliner Philharmonie bespielt.

Das allein wäre schon ausreichend Grund, Herrn Dr. Seidel als
scheidenden Vereinsvorsitzenden in das Goldene Buch eintragen zu lassen.

Für mich als Oberbürgermeister * und das darf ich sicher auch für die
Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung sagen * verbindet sich mit
der Eintragung von Dr. Seidel in das Goldene Buch natürlich noch ein
ganz anderes Motiv. Wir wollen Danke sagen im Namen der Potsdamerinnen
und Potsdamer für das ehrenamtliche Engagement in der Stadtpolitik.

Wir alle kennen ja die Auseinandersetzungen um die Potsdamer
Stadtentwicklung, die auch dieser Tage neuen Höhepunkten zustrebt.
Christian Seidel war in den letzten Jahren der DDR und dann von 1994 bis
2010 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, davon viele Jahre
Vorsitzender des Bauausschusses. Seine persönlichen Positionen machte er
immer klar, in den Debatten pflegte er den konstruktiven Dialog und die
Suche nach einem Kompromiss. Das verschaffte ihm überparteilichen
Respekt und schließlich politisches Gewicht.

Die eigene Meinung klar formulieren. Dem Anderen trotzdem aufmerksam
zuhören und seine Anliegen ernst nehmen. Den Kompromiss suchen und wenn
dies nicht gelingt, die demokratische Mehrheitsentscheidung akzeptieren.
So habe ich Christian Seidel in seinem Engagement als Stadtverordneter
kennen gelernt. Es wäre heute gut, wenn er noch dabei wäre.

Zwei politische Projekte möchte ich hervorheben. Zum einen, und das ist
wenig bekannt: Potsdam hätte heute kein Radverkehrskonzept ohne
Christian Seidel. Beigeordneter Klipp mag ja das Konzept umgesetzt und
mit Inbrunst vertreten haben. Die Erkenntnis, dass Potsdam mehr für den
Radverkehr tun muss, um seine Verkehrsprobleme zu lösen, stammt aber von
Christian Seidel aus dem Jahr 2007. Damals beschlossen die
Stadtverordneten auf seine Initiative hin ein Maßnahmenkonzept
aufzustellen, dessen Umsetzung bis heute andauert.

Zum anderen: Die Entwicklung der Potsdamer Mitte ist ohne Frage so eng
mit dem Namen Christian Seidel verbunden, dass die Schritte zu ihrer
Entwicklung im Rückblick ohne ihn kaum denkbar sind. Die heute so
aufgeheizte Stimmung um ein paar Einzelobjekte verstellt den Blick auf
die vielen kleinen und größeren Kompromisse, die bei der Formulierung
der Sanierungsziele 1999, bei der Arbeit in der Planungswerkstatt 2006,
und – unvergessen * beim Bebauungsplan für den Landtag am Alten Markt
gefunden werden mussten und schließlich zur Beschlusslage wurden. An
diesen Kompromissen mitgearbeitet und sie an entscheidender Stelle im
Potsdamer Bauausschuss mit formuliert zu haben ist ein bleibendes
Verdienst von Dr. Christian Seidel.

Meine Damen und Herren,
Musik und Politik sind die beiden Eckpfeiler im ehrenamtlichen
Engagement Christian Seidels. Dahinter steckt echter Bürgersinn, Gespür
für die Stadtgesellschaft und aufrichtiger Einsatz für Andere.

Lieber Christian Seidel, dafür bitte ich Sie, sich heute ins Goldene
Buch der Landeshauptstadt Potsdam einzutragen.*

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