Der wirkliche Nutzen von Online-Portalen

Ein Blick in Online-Vergleichsportale hilft bei der Suche nach dem günstigsten Strom oder dem besten Handytarif. Oder doch nicht? Der „Marktwächter Digitale Welt“ hat viele Portale unter die Lupe genommen und Kritik erhoben.

 

Laptop, Computer, open data, Internet

Augen auf bei Angeboten von Vergleichsportalen.Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Grundsätzlich können solche Vergleichsportale Interessierte darin unterstützen, unter vielen Angeboten ein günstiges und passendes Produkt oder eine Dienstleistung zu finden. Anbieter bilden in den Preisen nicht immer vergleichbare Waren oder Dienstleistungen ab. Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass sich die Portale – auch wenn es nicht so aussieht – in aller Regel durch Provisionen der Anbieter finanzieren. Kaum ein Vergleichsportal bietet zudem einen vollständigen Marktüberblick.

Portale methodisch untersucht

Das Bundesverbraucherministerium ist mit den Betreibern von Bewertungsportalen im Gespräch, um die Qualität und Transparenz solcher Portale zu erhöhen. Der dazu eingerichtete „Marktwächter Digitale Welt“ hat inzwischen 27 Portale zu Strom, Gas, Telekommunikation und Flügen methodisch untersucht und weitere Kritik erhoben.

Demnach gibt es große Preisunterschiede zwischen den Portalen. Am schwersten wiegt der Vorwurf, wonach die zugleich vertreibenden Portale – ausgenommen Strom und Gas – nicht einmal die besten Preise hätten. Vielmehr fände der Interessierte den besten Preis beim ursprünglichen Anbieter.

Die Anbieter zeigten sich überrascht. Ein Anbieter startete gar eigene Grundlagenforschung zum digitalen Verbraucher, um ein noch zielgerichtetes Angebot formulieren zu können.

Vorauswahl durch Anbieter problematisch

Problematisch sind voreingestellte Suchoptionen. Die Vergleichsportale wählen die Filter oft so aus, dass auf den vorderen Plätzen solche Angebote landen, die für den Verbraucher nicht die günstigsten sind. Dem Anbieter winkt jedoch eine hohe Provision. Oder es sind die günstigsten Angebote, doch für Angebote, die so kaum jemand nachfragt.

Aufpassen heißt es auch bei günstigen Lockvogelangeboten, die dann unfaire Vertragsbedingungen wie etwa Vorkasse, Paket-Tarife oder lange Anschlusslaufzeiten bei nicht rechtzeitiger Kündigung nach sich ziehen. Viele Portale informieren zudem nicht ausreichend über Tarife oder zeigen Kosten nicht transparent auf. Dies ist der Fall, wenn das „zinsgünstigste“ Angebot ganz oben erscheint, sich dann aber erst im Kleingedruckten der Zusatz „bonitätsabhängig“ findet.

Gelegentlich müssen Suchende wegen der Voreinstellungen Häkchen weg- oder hinzuklicken. Oder Zusatzkosten finden sich an versteckter Stelle. Deshalb: Um günstige und faire vergleichbare Angebote zu finden, sollten Verbraucher die Häkchen bei den Einstellungen selbst setzen und etwa „Alle Boni und Rabatte in die Gesamtkosten einrechnen“ anklicken.

Angeblich knappe Ware

„Nur noch ein Zimmer vorhanden“, „Bald ausgebucht“, „24 Kunden sehen sich gerade das Angebot an“ – von solchen und ähnlichen Angaben vieler Online-Händler und Reiseportale sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Denn meist ist die Ware längst nicht so knapp wie vom Händler angegeben.

Datenschutz ist wichtig

Oftmals gibt man auf der Suche nach einer bestimmten Leistung, wie etwa einer Versicherung, sehr persönliche Daten ein. Auch beim Besuch von Vergleichsportalen sollte man sich deshalb in den jeweiligen Geschäftsbedingungen vergewissern, dass diese Daten nicht an Dritte weitergegeben werden.

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