„Bobzien ehren und in seinem Sinne Demokratie stärken“ – Woidke bei Preisverleihung in Oranienburg

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat die mit dem diesjährigen Franz-Bobzien-Preis ausgezeichneten Projekte als wertvollen Beitrag für Demokratie und Toleranz in der Gesellschaft gewürdigt. Bei der Preisverleihung sagte Woidke am Freitag – zwei Tage vor den Gedenkfeiern zum 71. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück – in Oranienburg wörtlich:
 
„Der Franz-Bobzien-Preis trägt dazu bei, dass wir nicht vergessen, an was es auf ewig zu erinnern gilt. Bobzien hielt an seinen Überzeugungen fest und engagierte sich in bewundernswerter Weise für junge ausländische Mitgefangene. Mit der heutigen Auszeichnung werden drei Projekte gewürdigt, die sich für Demokratie und Toleranz stark machen und damit einen vorbildlichen Beitrag für eine demokratische Gesellschaft leisten. Ich danke und gratuliere allen Preisträgern ganz herzlich.“
 
Franz Bobzien war ein junger Mann von 34 Jahren, als er 1941 bei Bombenräumungsarbeiten in Berlin  starb. Er war damals Sachsenhausen-Häftling und hatte zuvor schon vier Jahre seines Lebens in einem Zuchthaus der Nationalsozialisten verbracht. Mit der Benennung des Preises nach Franz Bobzien wird die Erinnerung an ihn wachgehalten. Für Woidke, der Schirmherr des Preises ist, strahlt der Franz-Bobzien-Preis weit über Oranienburgs Stadtgrenzen hinaus.
 
Mit dem 1. Preis wurde das Projekt „Gegen das Vergessen!“ ausgezeichnet. Seit 20 Jahren finden in der Gedenkstätte Ravensbrück Workcamps statt, in denen sich katholische Christen (Kolpin-Jugend im Diözesanverband Berlin) ehrenamtlich engagieren. Sie erfassen Namen und Dokumente für das Archiv und pflegen das Gelände. Der 2. Preis geht an die Ausstellung „Der verlorene Zug“ der evangelischen Grundschule Tröbitz und der 3. Preis an das Theaterprojekt „Der Lebensweg des Max Himmel“ der Otto-Tschirch-Oberschule in Brandenburg an der Havel und dem Verein event-theater.
Mit dem Franz-Bobzien-Preis werden Projekte in Brandenburg und seit 2014 auch in Berlin geehrt, die besonders zur geschichtlich-politischen Bildung beitragen. Der 1. Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: